Ingeborg Bachmann Preisträger Peter Wawerzinek 

über das Gedicht "König Alkohol"

 

>Du hast so ein tolles Gedicht zum Alkohol geschrieben und ich muss bei den Worten wie es getan ist an

Baader Holst denken.

 

Große Art sage ich dir!

Der Satz:

"Immer wieder leere Augen

die selbst zu flehen scheinen"

wow ... <


Die Ostthüringer Zeitung am 21.3. 2018

Marko Kruppe, Dichter aus Pößneck, stellt demnächst im Franzenshof sein neues Buch vor

„Zerschweig die Nebelsprache.“ Mit diesem Satz zum Lesen und Wiederlesen beginnt einer der Texte im neuen Buch von Marko Kruppe – mit nur drei Wörtern hat der Pößnecker Schriftsteller ein Bild geschaffen, das einen nicht loslässt.

 

Pößneck. Es ist ein Sinnbild für ein Großteil der Gedichte in der über Jahre vorbereiteten Sammlung namens „Und in mir Weizenfelder“, die zur Leipziger Buchmesse in der Edition Outbird des Telescope Verlages aus dem sächsischen Mildenau erschienen ist. Auf 172 Taschenbuchseiten spannt der 39-Jährige mal gefühlvolle Bögen, mal schreit er seine ganze Wut heraus. Manchmal gelingt ihm Beides zugleich wie im Poem „Ohne Titel“, das Kruppesehr glaubwürdig „allen Opfern aller Kriege aller Zeiten“ widmet.

Die mal knappen, mal ausführlichen Gedichte handeln von gebrochenen Gestalten in Pößneck und heiteren Stunden im Pub, vom Fallmanager im Jobcenter und einer Jack-Wolfskin-Familien am Meer, von einer Nackten ohne Namen und vom Mann, der auf seinen Reisen Steine sammelt. Gedichte wie „Die Dynamik des Normalen“ und „Lieber ein Bier“ sind ebenso Programm wie „Kapitalisten“. So schonungslos, wie er „Bullen“ betrachtet, so hart geht er mit sich selbst etwa in „Schreiber und Familie“ ins Gericht. Er macht keinen Hehl daraus, dass der Bohemien Charles Bukowski (1920-1994) sein großes Vorbild ist. Er stellt sich vor als „Grufti, der die Sonne liebt“, wie ihn der Kriminalbiologe und Donaldist Mark Benecke im Vorwort des Buches beschreibt. Und er will, dass sich Dinge verändern, was er etwa mit bitteren Zeilen wie diesen begründet: „Uns geht’s an den Kragen / aber wir liefern... / Wir krauchen durch die Höllen der Leistungsgesellschaft / aber wir liefern!“

Marko Kruppe kommt viel rum, was sich in etlichen Gedichten seines nun vierten Bandes niederschlägt. Dennoch ist „Und in mir Weizenfelder“ vor allem ein Pößneck-Buch. Die Kleinstadt, einige ihre Milieus, der eine oder andere Einheimische tauchen teils wiedererkennbar, teils zwischen den Zeilen auf. „Überall stoßen wir auf Menschen, die am Rande der Gesellschaft existieren, die entweder kaum wahrgenommen werden oder durch eine gewisse Eigenheit zu sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen“, bestätigt Marko Kruppe im Gespräch über die Neuerscheinung. Mit den Mitteln des Dichters dokumentiert er solche Schicksale, fragt nach dem Warum, ergreift Partei. Das kommt an auf seinen Lesungen voller Herzblut. Dieses teilt Marko Kruppe zur Pößneck-Premiere seines Buches beziehungsweise zum nächsten Literarischen Salon im Franzenshof am 31. März ab 19 Uhr.

OTZ 21.3.2018 

von Marius Koity

Quelle